Langzeitprojekt

Tabula Imperii Byzantini - Balkan

Das historisch-geographische Projekt Tabula Imperii Byzantini (TIB) wurde auf Initiative des Begründers der österreichischen Byzantinistik und Akademiemitglieds Prof. Dr. Herbert Hunger (1914-2000) im Jahre 1966 als Kommission der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) ins Leben gerufen. Seine Vision der historisch-geographischen Forschung im Rahmen der Byzantinistik an der ÖAW und der Erstellung eines Atlas des Byzantinischen Reiches begleiten uns bis jetzt.

Als Ziel des Projektes TIB hat Herbert Hunger auf dem 13. Internationalen Kongreß für Byzantinistik in Oxford im Jahre 1966 folgendes vorgegeben:

In Analogie zu der von der Union Académique Internationale herausgegebenen Tabula Imperii Romani bereitet das Institut die Publikation eines Atlas des byzantinischen Reiches vor, der in rund 35 Kartenblättern (1:1,000,000) und ebenso vielen zugehörigen Faszikeln alle Städte und grösseren Orte des Ostimperiums enthalten soll. Einige Spezialkarten in grösserem Massstab werden für besondere Gebiete notwendig sein.

Herbert Hunger

Im Rahmen der TIB wird die historische Geographie des Byzantinischen Reiches systematisch erforscht, das vom Beginn des 4. Jahrhunderts n. Chr. bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts Bestand hatte – d. h. von der Spätantike bis zur osmanischen Eroberung, um einen Atlas dieses Reiches zu erstellen. Der Hauptteil jeden Bandes der TIB umfasst einen Katalog der byzantinischen Toponyme (d. h. der Namen von Städten, Siedlungen, Festungen, Kirchen, Klöstern, Feldern, Gebirgen, Flüssen und Seen) in alphabetischer Reihenfolge, die für jede Region / Provinz des Byzantinischen Reiches aus vier Kategorien von Quellen gewonnen werden. Diese Kategorien sind die schriftlichen Quellen aus dem obenerwähnten Zeitraum (z. B. die Geschichtsschreibung, Urkunden, usw.), archäologische Erkenntnisse (Denkmäler und deren Überreste), die historischen und jetzigen Toponyme und die naturräumlichen Gegebenheiten von Landschaften.

Trotz einiger organisatorischer Veränderungen in den letzten Jahrzehnten bleiben wir dem wissenschaftlichen Erbe Herbert Hungers verpflichtet und seiner Vision treu. Seit 2016 ist die TIB ein Langzeitprojekt der ÖAW und wurde zudem 2015 als Projekt mit der Nummer 87 bei der Union Académique Internationale in Brüssel aufgenommen.

Laut Langzeitprojektplan besteht die TIB aus zwei Projektbereichen: TIB Kleinasien und TIB Balkan. Seit 1. Jänner 2016 ist Mihailo St. Popović Projektleiter der TIB Balkan und möchte Ihnen gemeinsam mit seinem Team auf dieser Homepage die Aufgaben, Ziele, Abläufe, Resultate und Visionen dieses Bereiches näherbringen.

Die Einteilung der Arbeitsgebiete der TIB Balkan in der Nordhälfte der Balkanhalbinsel nach Herbert Hunger

Die Einteilung der Arbeitsgebiete der TIB Balkan in der Nordhälfte der Balkanhalbinsel nach Herbert Hunger

Übersichtskarte der TIB Balkan

Übersichtskarte der TIB Balkan