Vergangene Landschaften begreifbar machen …

Im 21. Jahrhundert sind wir Zeugen eines rasanten technischen Fortschritts und einer dynamischen Veränderung unserer Lebenswelten. Die Rückbesinnung der Menschheit auf die Umwelt und das Bewußtsein der Menschen über globale klimatische Veränderungen regen die Frage an, wie unsere Vorfahren im Mittelalter gelebt haben und wie sie ihre Umwelt gestaltet und wahrgenommen haben.

Fragen der historischen Geographie

Wie waren damalige Landschaften beschaffen?

Welche Siedlungen gab es? Wie sahen diese aus?

Wurden sie in schriftlichen Quellen (z. B. Urkunden) dokumentiert?

Welche Rolle spielten Flüsse, Seen und Gebirge in der Raumwahrnehmung des Mittelalters?

Warum wurden Kirchen, Klöster und Burgen an bestimmten Orten errichtet?

Wohin führten Straßen und wie waren sie beschaffen?

Unsere Arbeitsweise

Wir lesen die schriftlichen Quellen der Zeit des 4. bis 15. Jahrhunderts, die in verschiedenen Sprachen verfasst sind (z. B. griechisch, lateinisch, altslawisch, etc.), und filtern alle Informationen zu den oben genannten Fragen heraus.

Wir sammeln Daten zu Flurnamen aus den Quellen, neuzeitlichen Karten und Lexika.

Wir verschaffen uns einen Überblick über archäologische Grabungen und bestehende Denkmäler (Kirchen, Klöster, Burgen, etc.) vor Ort.

Und wir reisen in die jeweiligen Gebiete, um vor Ort im Gelände Daten zu sammeln und zu dokumentieren, die wir vorher gelesen und zusammengefaßt haben. Dazu sind wir auf die Hilfe der einheimischen Bevölkerung angewiesen. Wir sprechen mit den Menschen in ihrer Sprache – sei es auf Griechisch, Serbisch, Bulgarisch, Mazedonisch, Türkisch, etc. – und blicken mit ihnen auf ihre lokale Vergangenheit zurück. Es kommt zu wunderschönen Begegnungen über alle Grenzen hinweg. Aus all den gewonnenen Daten schreiben wir zu jeder historischen Region des Byzantinischen Reiches einen Band der Tabula Imperii Byzantini und tragen unsere Erkenntnisse auch in einer beigelegten, gedruckten Karte ein. Auf diese Weise werden längst vergangene Landschaften für jeden/jede begreifbar …

Wenn Sie über das Projekt TIB, die TIB Balkan und zukünftige Planungen im Spiegel der politischen, kulturpolitischen und demographischen Entwicklungen in Europa lesen möchten, können Sie im folgenden Beitrag mehr darüber erfahren …

Serbische Urkunde des Königs Stefan Uroš II. Milutin über die Schenkung der Einsiedelei der Heiligen Petka im Dorf Tmorane, ca. 1300

Serbische Urkunde des Königs Stefan Uroš II. Milutin über die Schenkung der Einsiedelei der Heiligen Petka im Dorf Tmorane, ca. 1300

Die verlassene Kirche Vlaška cărkva in Popovi livadi, SW-Bulgarien, 2010

Die verlassene Kirche Vlaška cărkva in Popovi livadi, SW-Bulgarien, 2010