Die digitale Tabula Imperii Byzantini (Dig-TIB) als Beitrag zum Weltkulturerbe

[Projekt des Jubiläumsfonds der Österreichischen Nationalbank Nr. 17771]


Links: Die Zerstörung der Kirche Sveti Nikola im Dorf Gradešnica im Ersten Weltkrieg ( http://whereismacedonia.org/where-to-go-in-macedonia/churches-and-monasteries-in-macedonia/202-church-st-nikola-village-gradesnica-mariovo; abgerufen 27. Juni 2016)
Rechts: Das restaurierte Fresko des Jüngsten Gerichts in der Kirche Sveti Nikola im Dorf Gradešnica (M. Popović; TIB 16; 2016)

Projektleitung:

Priv.-Doz. Mag. Dr. Mihailo Popović (Österreichische Akademie der Wissenschaften, Institut für Mittelalterforschung, Abteilung Byzanzforschung, Wien)

Wissenschaftliche bzw. technische MitarbeiterInnen:

Mag. Veronika Polloczek, MA
Alexander Watzinger, IT Experte

Laufzeit:

01.03.2018 bis 29.02.2020

Beschreibung:

Die verheerende Auswirkung von Kriegen auf das Weltkulturerbe wurde nach 1945 umfassend erörtert. Wissenschaftliche Projekte an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften haben eine lange Tradition darin, einen Beitrag in der Erforschung des Kulturerbes zu leisten. Unter ihnen ist das Projekt Tabula Imperii Byzantini (TIB) zu nennen, das einen historischen Atlas des Byzantinischen Reiches unter besonderer Berücksichtigung der Balkanhalbinsel und Kleinasiens erarbeitet.
Auf Bereisungen wurden seit 1966 Denkmäler und deren (damaliger) aktueller Zustand mittels Dias dokumentiert. Diese einzigartige Sammlung von byzantinischen Denkmälern (52.000 Dias) ist ein reichhaltiges Kulturgut und ein Angelpunkt zukünftiger Forschungsarbeit. Das Ziel des Projektes besteht darin, drei Fallstudien mit ihren Denkmälern [nämlich "Kilikien und Isaurien" (TIB 5); "Ostthrakien (Europe)" (TIB 12); "Makedonien, nördlicher Teil" (TIB 16)] zu behandeln, um sie sorgfältig durch das Prisma des Kulturerbes (vorher – nachher Zustand) zu betrachten. Diese Fallstudien wurden wegen der komplexen politisch-militärischen Lage im Nahen Osten mit den Auswirkungen auf die Denkmäler in situ (TIB 5) gewählt und weil sie Gebiete umfassen, deren Infrastrukturen sich rasch mit nachhaltigen Folgen für die Landschaften der Vergangenheit und für die jeweiligen Denkmäler (TIB 12 und TIB 16) entwickeln.
Die Gesamtzahl der zu scannenden Dias beträgt 6.300 (TIB 5: 5.000, TIB 12: 800, TIB 16: 500). Durch die drei Fallstudien werden ein strukturierter und effizienter Workflow sowie eine Best Practice auf diesem Gebiet der Historischen Geographie und der Digitalen Geisteswissenschaften geschaffen.

Publications

Mihailo St. Popović/Veronika Polloczek, Die Regionen von Bitola und Prilep und deren kulturelles Erbe während und nach dem Ersten Weltkrieg, in: Die Ursprünge der österreichischen Diplomatie in Mazedonien – mit Schwerpunkt auf das österreichisch–ungarische Konsulat in Bitola/Monastir 1851–1919. In Druck.

Presentations

Mihailo St. Popović, Antique and Medieval Cultural Heritage in Macedonia during WW1: Based on German and Austrian Archival Evidence (On the Cross-Path of Cultural Ideas: Macedonia, The Balkans, Southeast Europe – Heritage, Management, Resources, Ohrid, 24. September 2019)
Veronika Polloczek, Digitising and Archiving Cultural Heritage in DPP / OpenAtlas on the Example of the Tabula Imperii Byzantini (International Medieval Congress, University of Leeds, Leeds, 3. Juli 2019)
Veronika Polloczek, The Digital Tabula Imperii Byzantini (Dig-TIB) as Contribution to the World’s Culture Heritage (Congress Visual Heritage, Wien, 12. November 2018)
Veronika Polloczek, How to Expand the Tabula Imperii Byzantini in a Digital Age? (International Medieval Congress, University of Leeds, Leeds, 3. Juli 2018)
Andreas Külzer, Veronika Polloczek, Mihailo St. Popović, Die digitale Tabula Imperii Byzantini (Dig-TIB) als Beitrag zum Weltkulturerbe (Digitising Patterns of Power Lecture No. 5, Wien, 22. März 2018)

Lesnovo


Fig 1. Lesnovo, Kloster von St. Erzengel Michael und St. Hermit Gabriel 1920/30. Kreuzkuppelkirche mit Naos, Narthex und Exonarthex, der im 16. Jahrhundert angebaut wurde (Fotograph unbekannt)

Fig 2. Lesnovo, Kloster von St. Erzengel Michael und St. Hermit Gabriel 2010. Kreuzkuppelkirche mit wiedererrichtetem Exonarthex (Mihailo Popović, ÖAW, 2010)

Ohrid


Fig 3. Ohrid, Antikes Theater 1988. Antikes Theater in Ohrid, das nach Ende des Römischen Reiches aufgrund Hinrichtungen der Christen durch die Römer von den Einheimischen verlassen wurde (Mihailo Popović, ÖAW, 1988)

Fig 4. Ohrid, Antikes Theater 2008. Ab den 1980er Jahren graduelle Renovierung des Theaters (Mihailo Popović, ÖAW, 2008)

Pylai Kilikias


Fig 5. Die Kilikische Pforte (Pylai Kilikias) als wichtigste Verbindung zwischen Kilikien und dem Hochland in Anatolien (Friedrich Hild, ÖAW, 1973)

Fig 6. Pylai Kilikias 2016. Ab den 1970er Jahren massive Schädigung der Kilikischen Pforte zwecks Verbreiterung der Fahrbahn im Rahmen von Straßenbauarbeiten (Müzik life https://goo.gl/maps/xe4UMk8DBjaEWX898, 2016)

Euboia


Fig 7. Euboia, H. Thekla 1967. Anbau an Kirche des Klosters Eria, der auch als Wohnhaus diente (Johannes Koder, ÖAW, 1967)

Fig 8. Euboia, H. Thekla 1972. Rückbau dieses Anbaus im Jahr 1972 (Johannes Koder, ÖAW, 1972)